RoNindoc Philosophie
Deutsch   Australia
Expedition 2010
"Spätrömische Dekadenz"

Via Alpina - Abgesang

 

Die Durchquerung der Alpen -längs-(Via Alpina - Gelber Weg, Grande Traversale di Alpi und Grande Route No 5) war tatsächlich eine elende Strapaze, die uns nach etwa 65.000 Höhenmetern und nahezu 2.000 km Rucksackwanderung mit Zelt und vielen Zecken von Triest nach Nizza gebracht hat.
Friaul war eine Frühlingserfahrung in unendlichen Urwäldern mit schwüler Hitze, massig Zecken und 'ner Menge von Nix. Kein Laden, keine Hütte hatte geöffnet und Wasser war so gut wie nicht vorhanden, da Karstgestein. Albträume erwachten bei Tolmezzo, als von einem hungrigen Bären die Rede war und heimatliche Gefühle kamen auf, als wir im Dauerschneeregen über einen 2.100 m hohen Pass nach Südtirol bei Bozen einfielen: Zelten verboten, Wohnmobile verboten, Lagern verboten. Am Sommeranfang wurde unser Weg zur Outdoor Messe nach Friedrichshafen an der Österreichischen Grenze abrupt durch 5 Tage Dauerschneefall ab 1.500 m umgeleitet, und wir mussten uns in tiefer gelegenen Gefilden an der Schweizer/Italienischen Grenze nach Fronkreisch schlängeln, wo wir uns in mörderischer Hitze und zusammen mit unübersichtlichen Horden durch die Seealpen nach Nizza quälten.

Auf entlegenen Almen und Tälern mit nie gehörten Sprachen (Lombardisch!) fanden wir den ersehnten und gesuchten UnEu-Käse und jene Delikatessen, Taleggio-di-Grottadie laut EU Verordnungen, gewachsen durch weltfremde Politiker, vom europäischen Speiseplan verdammt werden sollen. Allerdings gibt es eben genau diese Delikatessen noch zu Hauff in den Alpen, denn "Brüssel ist weit ..." (Bitte versteht, dass wir hier keine Orte nennen können. Wo bleibt denn sonst die Suche à la Indiana Jones nach diesen kulinarischen Schätzen, obwohl die Sesselfurzer in der EU sich nie weit vom Stuhl weg bewegen...).

Außerdem gibt es auf Märkten winzigster Dörfer oder bei Schlachtern, die ihre Schweine, Ziegen und Kühe noch per Namen benennen und täglich streicheln, herrliches zu erwerben. Die unglaublichsten Käse à la Asterix auf Korsika sowie die unglaublichsten Salamis (Ziege, Hirsch und Gämse) und Fleischwaren (Lardo di Porco Negro und Rauchfleisch à la Wachholder) sowie den Hausgemachten Schwindelabsinth (Waaahnisnnn!) mit "Guter-Heinrich-Mus". Und NEIN ! abgebrochene Findernägel fanden wir nicht in den Salamis. Auf die berühmten Adlerknödel und die Maikäfer Suppe des 16. Jahrhunderts müssen wir allerdings noch sehr, sehr lange warten.

Leider mussten wir nach wiederholten Enttäuschungen auf der Sagenumwobenen Route der Via Alpina (miese Hütten, andere Teilstrecken sind viel schöner!) einfach nicht so belaufene Etappen wählen, um somit mehr zu bekommen. Die Drei Zinnen und die Gnifetti Hütte allerdings sind für alle, die bei 800 Essen pro Tag auf Mensaflair stehen ein unbedingtes Muss. Die Schweiz? Nun ja, bei dem Eurokurs eher etwas für Steuerflüchtlinge.

Ah ja, zu guter letzt: Unsere Suche nach Rezepten?
Jede Menge, aber hier nur eines:
Gnoccis alla Erbe oder "Zlijcnjaki":
Mehl, ein Ei (ohne "eiPott"), Wasser und vermuste Silene vulgaris Triebe vermengen und die Masse ganz simpel mit einem Teelöffel in kochendes Wasser plumpsen lassen und 2 Minuten köcheln. Danach 1 Minute in brauner Butter schwelgen. Dazu passt Wilderdbeerchilimarmelade auf Chiabata! Einfach göttlich, aber hej, wer kennt denn schon Silene vugaris, ... ;-).

« zurück

 

Bild Galerie

» mehr

 
     
Medien eBooks Videos Hörbücher Dia Show Bücher Presse        Kontakt        Impressum
     
Social Network Twitter Follow me Botton  
 

2011 - 2014 © Copyright by www.detlev-henschel.com. All Rights Reserved

Made by Katrin Frommhold